Mehr als mein Herz

816935000Normalerweise bin ich mit Rezensionen aktueller Titel ja wirklich schneller. Nur diesmal hat es mich quasi etwas „zerrissen“.

Chris Fabrys Roman „Mehr als mein Herz“ liegt mir schon seit seinem Erscheinen im September vergangenen Jahres vor. Und ich hatte ihn auch sofort gelesen. Nur mit dem „Darüber schreiben“ hat es sich nun doch gaaaaaaanz schööööööön laaaaange hingezogen.

Warum? Ich weiss es nicht. Viele Neuerscheinungen im Herbst, Weihnachststress, zu viel Kekse… ich habe keine Ahnung.

Aber jetzt soll es geschehen. Trotz einer recht großen Herausforderung: nach so langer Zeit und wirklich vielen dazwischen liegenden und von mir gelesenen Büchern, heisst es nun in den kleinen grauen Zellen wühlen und die Erinnerungen an „Mehr als mein Herz“ wieder lebendig werden zu lassen.

Vielleicht hat das Ganze aber auch für euch Leser etwas Gutes, denn vermutlich wird sich die Rezension nun auf das Wesentliche konzentrieren, was mir von „Mehr als mein Herz“ im Gedächtnis haften geblieben ist.

Vorweg: „Mehr als mein Herz“ ist ein Roman, der (selten genug) gut von uns Männern gelesen werden kann. Denn die Geschichte von Truman Wiley ist zwar auch berührend, aber beschreibt sehr gut, was in Männern bei großen emotionalen Ereignissen so vor sich geht bzw. gehen kann. Denn wir Männer sind a) auch sensibel und b) ticken natürlich nicht alle gleich.

Truman Wiley befindet sich derzeit in einer – nun sagen wir mal: „suboptimalen“ – Phase seines Lebens. Das Thema „erfolgreicher Journalist“ ist durch. Das Thema „Ehe“ hängt am seidenen Faden. Das Thema „Glücksspiel“ ist zwar immer noch eines, aber angesichts hoher „Verbindlichkeiten“ aus diesem sehr dominaten Bereich seines Lebens, kann er ihm nicht mehr so intensiv nachgehen, wie früher. Die Leber muss auch Einiges wegstecken und seine Gefühlswelt ist ziemlich unten.

Sein Sohn liegt mit einem kranken Herzen darnieder und wartet auf einen Organspender. Doch Truman, der von seiner Frau getrennt lebt, gleichzeitig aber ein schlechtes Gewissen hat, sie mit ihrem Leben und den Sorgen um den gemeinsamen Sohn, allein zu lassen, bringt es nicht über sich, den Sohn im Krankenhaus überhaupt nur zu besuchen.

Also wirklich keine glänzenden Aussichten. Das Truman geknickt ist, kann sicher jeder nachvollziehen.

Doch seine Frau vermittelt ihm eine Chance. Ein Strafgefangener, der kurz vor seiner Hinrichtung steht, bestreitet zwar noch immer den Mord begangen zu haben, dessen er beschuldigt wurde, hat sich jedoch in sein Schicksal ergeben. Der gläubige Mann möchte, dass seine Lebensgeschichte aufgeschrieben wird. Dafür will er sein Herz Trumans Sohn spenden.

Auch wenn es mir schwer fällt: an dieser Stelle höre ich auf, weiter über den Inhalt von „Mehr als mein Herz“ zu berichten. Nur vielleicht soviel noch: Truman nimmt den Auftrag an und stößt bei seinen Nachforschungen auf Informationen, die …..

Nein.

Das kann ich nicht sagen. Wäre unfair euch Lesern gegenüber.

Mehr als mein Herz“ ist ein Roman, der sich aus der Masse heraushebt. Nicht nur wegen des „Männerthemas“, sondern wegen seiner Geschichte an sich. Man(n) bleibt nach der Lektüre doch mit einem leicht melancholischen Gefühl zurück und lässt die Story noch sacken. Und dann geht man(n) zurück ins Nebenzimmer zu seiner Frau, nimmt sie in den Arm und sagt ihr, was man(n) (vielleicht) schon lange nicht mehr gesagt hat oder vielleicht schon immer mal sagen wollte.

Fazit: Wie ich soeben erfahren durfte, ist der Roman auch nach einem halben Jahr zwischen Lesen und Rezensieren doch noch sehr lebendig im Gedächtnis geblieben. Das spricht doch wirklich für ihn.

Oder?

Bis demnächst

Andreas

Mehr als mein Herz Book Cover Mehr als mein Herz
Chris Fabry
Roman
Gerth Medien
September 2014
Kartonbroschur
400

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