Mr Walsh und die vergessene Kunst der Liebe

Jetzt versandkostenfrei bestellen

Zum Buch

In der Literatur gibt es immer wieder Beispiele für Menschen, die sich einer (oftmals sexuellen) Obsession hingeben und dadurch eine gewisse Faszination auf das jeweils andere Geschlecht ausüben.

Je nach Genre, ziehen sie dann ihr Gegenüber mit in den vermeintlich interessanten Lebensstil hinein oder werden aus diesem letztlich durch das Anders- (oder auch Normalsein) des Anderen gerettet. Beispiele der jüngeren Vergangenheit ist z. B. die „Twilight“-Trilogie von Stephenie Meyer oder die „Shades of Grey“ Bücher. Aber auch „Der fliegende Holländer“ oder „Die Schöne und das Biest“ gehören in diese Kategorie, um nur ein paar zu nennen.

Mr Walsh und die vergessene Kunst der Liebe“ gehört ab sofort auf eine andere Art in dieses Literaturgebiet.

„Wie? Ist der besagte Mr. Walsh jetzt auch irgendwie ’schräg‘ drauf?“, wird jetzt vielleicht gefragt.

Meine Antwort lautet: „Wenn man den ‚Mainstream‘ in unserer heutigen Zeit als Massstab ansetzt, dann ist Mr. Walsh defitiv ’schräg‘ drauf!“

Aber ganz anders als erwartet.

Im Gegensatz zu „Fifty Shades of Grey“ geht Clay Walsh nicht mit dem Mainstream derer, die durch immer neue sexuelle Kicks und Experimente den „Flash“ in ihrem Leben suchen. Nein. Clay Walsh ist „old fashioned“!

Für ihn sind Frauen edle Wesen, denen Respekt, Achtung und Ehre entgegengebracht werden sollte. Er ist ein „edler Ritter“ inmitten der unzähligen Machos und Testosteronprotze, die uns täglich (leider) auf den Straßen begegnen. Nicht das Clay Walsh irgendwie zu den klassischen „Weicheiern“ mit dünnen Ärmchen und Nickelbrille gezählt werden müsste. Ganz und gar nicht.

Was Clay Walsh von anderen Männern unterscheidet ist, dass bei ihm die Beziehung zwischen Mann und Frau etwas Heiliges ist, mit dem er auf keinen Fall leichtfertig oder gar triebgesteuert umgehen will. Clay Walsh möchte „saubere“ Beziehungen zwischen Mann und Frau, weil er diese Verbindung als etwas Göttliches ansieht und sie dementsprechend würdigen will. Das geht so weit, dass er z.B. nie mit einer Frau allein in einem Raum weilen würde, um sie nicht zu kompromitieren.

Clay Walsh ist also definitv „anders“, als die Aufreißertypen, welche heute scheinbar soooooo beliebt sind.

Amber ist da ganz anders drauf.

Sie lässt sich treiben und geht, wohin der Wind sie weht, oder wie weit das Spritgeld für ihren Wagen reicht. Und „die Kerle“ hat sie ohnehin „gefressen“. Sie ist kein Kostverächter, aber irgendwie sind ihre Illusionen und Wunschvorstellungen von dem „Richtigen“ schon lange zerstört.

Als ihr einmal wieder der Sprit ausgeht, weiß sie, sie ist wieder angekommen. Sie mietet sich in der Wohnung über Mr. Walshs Antikladen ein und es beginnt für beide eine spannende Zeit. Amber ist angezogen von diesem seltsamen Mann, der so ganz anders ist, als die anderen. Und Clay Walsh ist, wie sollte es anders sein, von der lebenslustigen und etwas chaotischen jungen Frau angezogen.

Es beginnt eine Zeit des sich Kennenlernens und gleichzeitig auf Abstand bleibens. EIne Zeit des Herantastens, des Ausprobieren und sich Wunderns.

Für den Leser entfaltet die Autorin Rene Gutteridge nun eine Reihe amüsanter Episoden, die man gerne und nicht selten mit einem Schmunzeln auf den Lippen liest. „Mr Walsh und die vergessene Kunst der Liebe“ ist somit eine Liebesgeschichte der besonderen Art. In einer Zeit, in der Romantik nicht immer angesagt zu sein scheint und eher das Coole und lässige Machogehabe oder die Exotik im Vordergrund steht, vertritt Clay Walsh irgendwie noch das edle Rittertum, die „Minne“ und das, was (wohl die meisten) Frauen auch in der heutigen Zeit (noch) suchen: Vertrauen, Zuverlässigkeit, Treue und – vor allen Dingen – Verbindlichkeit.

Das Ganze liest sich manchmal ein bisschen wie aus einer anderen Welt, denn „die Welt“ ist doch ganz anders. Und dann gibt es wieder Stellen, an denen der Leser sieht: „Ja, so sind sie.“

Aber Clay Walsh ist nicht einfach nur old fashioned. Es hat seinen Grund, warum er so ist. Und auch Ambers Verhalten hat seine Ursachen. Was natürlich auch zu Missverständnissen führt. Und was ist mit den mysteriösen Videoaufnahmen? Welches Geheimnis verbirgt Clay Walsh? Ist er doch nicht „nur der edle Ritter“?

Rene Gutteridge hat schon einen eigenen Schreibstil, an den ich mich persönlich etwas gewöhnen musste. Dennoch kann ich „Mr Walsh und die vergessene Kunst der Liebe“ ruhigen Gewissens als Liebsgeschichte der etwas anderen Art nur empfehlen!

Bis demnächst!

Andreas

 

Achja: Das Ganze basiert auf einem Film! 🙂

Hier der (englische) Trailer:

Mr Walsh und die vergessene Kunst der Liebe Book Cover Mr Walsh und die vergessene Kunst der Liebe
Gutteridge, Rene
Roman
SCM Hänssler
Juli 2015
Paperback
272

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.