Als der Himmel zerriss

Irland 1845.

Emily wächst im Herrenhaus auf und registriert nach und nach die Armut der irischen Bevölkerung. Es brodelt „im Volk“ und Emily ist entsetzt über das Elend, in dem viele Menschen leben müssen.

Der Konflikt zwischen Großgrundbesitzern und Bevölkerung eskaliert und fordert Opfer. Der Verwalter Ronald übernimmt das Ruder. Aber kann Emily im trauen?

Und dann lernt sie Brendan kennen. Ein Mann aus armen Verhältnissen. Doch die Welten der beiden prallen zu sehr aufeinander. Schließlich verlässt Emily, wie viel tausend Iren auch, ihre Heimat und geht nach Australien…

Schon mit „Die Gehilfin des Buchdruckers“ fand ich Gefallen an der deutschen Autorin Stephanie Rapp. Der Roman aus der Zeit der Reformation fesselte mich seinerzeit von der ersten Seite an.

Bei „Als der Himmel zerriss“ liess diese Begeisterung eine ganze Weile auf sich warten, bevor ich das Buch dann gerne in die Hand nahm, weil ich wissen wollte, wie die Geschichte von Emily und Brendan ausgeht. Vielleicht lag es an mir, weil ich beim „Durcharbeiten“ von Leseexemplaren doch oft versuche „Gas zu geben“, um das nächste Buch gleich anschließend „durchzuarbeiten“ zu können. Und wenn ein Roman dann erst mal in Gang kommen muss, neige ich dazu, parallel zu lesen. Und dann vergesse ich schon mal, was in Buch eins gerade dran war. Eine dumme Angewohnheit. 🙂

Aber nach dem für mich etwas schwerfälligen Anfang mit „Als der Himmel zerriss„, liess ich mich auf das Buch ein und wurde mit einer gut geschriebenen Zeitstudie verbunden mit einer Familiengeschichte belohnt.

Die Beschreibung der sozialen Gegebenheiten Irlands zu Beginn des Romans nehmen viel Platz ein, was – nach meiner ganz persönlichen Meinung – die Geschichte der Hauptakteure etwas zu langsam in Schwung bringt. Andererseits sind diese Beschreibungen der Zustände natürlich auch erforderlich, um das Gesamte zu verstehen.

Vermutlich ist mein subjektives Empfinden sicher auch der Tatsache geschuldet, dass „Als der Himmel zerriss“ schon auch ein „Frauenroman“ ist. Für mich – als Mann – fehlt da vielleicht das weibliche Einfühlungsvermögen. – Oder ich habe mich einfach zu sehr vom nächsten „Leseexemplar“ hetzen lassen. 😉

Wie dem auch sei: „Als der Himmel zerriss“ ist handwerklich gut gemacht, offenbar sehr gut recherchiert und ein realistisches Zeitbild.

Wer historische Familiengeschichte ohne Rüschen, Teepartys, versnoppte Adelige und in Ohnmacht fallende feine Damen mag, der wird mit „Als der Himmel zerriss“ gut bedient. Nur durch den Anfang muss man durch. Aber sobald Emily ihren Fuss auf das Schiff gesetzt hat, kommt sie – und der Roman – in Fahrt.

Ich freue mich auf Stepahnie Rapps nächstes Werk.

Bis demnächst.

Andreas

P.S. Hier noch ein Buchtrailer:

Als der Himmel zerriss Book Cover Als der Himmel zerriss
Stephanie Rapp
Roman
SCM Hänssler
September 2016
Hardcover
480

Stephanie Rapps neuer historischer Roman im Zeichen der Reformation!
Irland 1845: Der Konflikt zwischen Protestanten, Katholiken und Methodisten eskaliert und das Land stöhnt unter der großen Hungersnot. Die großen Ideen der Reformation scheinen vergessen in Zeiten des Krieges und des Hasses. Auch die Grundbesitzerin Emily gerät zwischen die Fronten, denn sie liebt einen Mann, den sie nicht lieben darf.
Als Emily ihr Erbe verliert, muss sie Irland verlassen. In Van Diemen's Land (heute Tasmanien) kommt sie einem Familiengeheimnis auf die Spur und entdeckt, dass Liebe alle Mauern überwinden kann, die die Menschen errichtet haben.
Die historische Liebesgeschichte zwischen Julie Klassen und Downton Abbey zeigt, was für Auswirkungen die Reformation auch noch Jahrhunderte später hatte.

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